Was entwickelt die Stadtverwaltung von Sindelfingen?

Leserbrief zu: „Böblingen marschiert, Sindelfingen stagniert“ (SZ/BZ vom 25. November)

Die Unterzeichner dieses Leserbriefs empfinden den Standpunkt von SZ/BZ-Chefredakteur Jürgen Haar für wichtig und richtig und wollen ihn noch ergänzen. Wir beide sind Anfang 2016 bei der Bürgerbeteiligung zum Areal der ehemaligen Volksbank und der Post dabei gewesen. Anderthalb Jahre warten wir jetzt darauf, dass die Stadtverwaltung die Teilnehmer und Bürger darüber informiert, was nach Abschluss dieser Veranstaltung geschehen ist. Sinn und Zweck einer solchen Bürgerbeteiligung muss es doch sein, mit den Bürgern in Kontakt zu bleiben, um gemeinsam das Projekt weiter zu entwickeln.

Idenitätsstiftende Architektur

Einer der wichtigen Begriffe in der heutigen Stadtplanung ist die „Identitätsstiftung“, die der moderne Städtebau beachten sollte, um menschennah zu bleiben und um neue Gebäude und Wohngebiete auch als neuen Teil der Heimat akzeptabel zu machen. Bei der erwähnten Bürgerbeteiligung ist genau dies ein wichtiger Aspekt gewesen: Wie kann ein Gebäudekomplex entstehen, der sich auf Sindelfingen bezieht und nicht an tausend anderen Stellen der Welt auch stehen könnte? Daher stellen wir die Fragen: Was entwickelt hier die Stadtverwaltung? Geht die interne Debatte überhaupt weiter und wann wird diese zur öffentlichen Diskussion gestellt? Wie und wann werden die Bürger weiter beteiligt?

Fehlende Diskussion

Das gleiche städtische Vorgehen (Bürgerbeteiligung) erwarten wir im Bereich der Unteren Planie. Immer wieder hört man von Abrissvorhaben, ohne dass ein Gesamtkonzept bei der Entwicklung dieses wichtigen Areals vorgestellt wird. Dies wäre umso wichtiger, als dies eine bedeutsame Stelle des Zusammentreffens des modernen Sindelfingens (Marktplatz, Galerie, Rathaus) mit dem ältesten Teil der historischen Altstadt ist, der sogenannten „Burg“. Eine eigenwillige, gestalterisch interessante, Historie und Moderne verbindende Lösung, die auch einen eindrucksvollen Eingang in die Altstadt anbietet, würde diesen Bereich erheblich aufwerten können. Wann werden hier städtische Vorschläge zur Diskussion gestellt?

Wir fürchten, eines fernen Tages zu hören, dass die Stadt einfacher Weise dies alles an einen auswärtigen Investor übergeben hat, der bloße ökonomische Verwertungsinteressen hat und uns mit weiteren Allerweltsbauten bedenkt, die die Stadt noch gesichtsloser machen.

– Jürgen Stauch, Klaus Philippscheck –

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