In einem Leserbrief in der Böblinger Kreiszeitung vom 31.03.2018 äußert Markus Wagner aus Sindelfingen heftige Kritik an den Sanierungsplänen der Tiefgarage am Marktplatz:

„Was macht die Stadt Sindelfingen, wenn ein Problem auftaucht und niemand weiß, wie es weitergehen soll? Einfach mal kräftig Personal einstellen. Oft wissen dann nicht einmal die neu eingestellten Personen so richtig, weshalb sie eingestellt worden sind und was ihre Aufgabe sein soll.

So auch jetzt bei der geplanten Sanierung der Marktplatz-Tiefgarage. ‚So ganz genau wissen wir nicht, was wir brauchen‚, sagt der Oberbürgermeister zum Thema.

Nicht nur diese Stellenneuschaffung ist überflüssig. Unnötig war auch die Vergabe eines Gutachtens, das klären soll, auf welche Art die Sanierung erfolgen soll. Sindelfingen braucht keine Tiefgarage unter dem Marktplatz. Schon der damalig Bau der Tiefgarage vor knapp 40 Jahren war ein Fehler. Ein Fehler wird nicht dadurch besser, dass man ihn wiederholt. Parkplätze und der stets daraus resultierende Parksuchverkehr gehören grundsätzlich nicht in eine Innenstadt- sondern an der Rand der Innenstadt. Die Innenstadt muss dem Fußgänger gehören. Würde man die Tiefgarage schließen, könnte man die Planiestraße und die Bahnhofstraße bis zur Gartenstraße als Fußgängerzone ausweisen. Dies ist bisher nicht möglich gewesen, weil diese Straßen als Zufahrtstraßen zur Tiefgarage gelten.

Auch ohne die Marktplatz-Tiefgarage hat Sindelfingen genügend andere Parkmöglichkeiten. Erwähnt sei das Parkhaus am Sterncenter, die Parkgarage im Kaufland oder die DOMO-Tiefgarage. Auch von der Stadthallentiefgarage, in der fast immer gähnende Leere herrscht, ist man mit wenigen Schritten in der Innenstadt.

38 Millionen Euro soll diese Tiefgaragensanierung kosten. Sofern es dabei bleibt. Wie lange könnte man mit diesem Held der Bürgerschaft einen kostenlosen ÖPNV anbieten? Dann würde der ÖPNV wesentlich stärker genutzt werden. So brauchte man auch weniger Parkplätze. Andere Städte gehen vernünftigere Wege. In Stuttgart beispielsweise wurde beschlossen, rund 150 Parkplätze im Zentrum zu beseitigen. Der Autoverkehr soll zumindest in der Innenstadt stark eingedämmt werden und weitere Fußgängerzonen werden geschaffen. Stuttgart will modern sein und richtet den Blick nach vorn. Sindelfingen dagegen agiert rückwärtsgewandt. Man hat den Eindruck, dass die Diskussionen auf dem Stand der 70er Jahre stehen geblieben sind. In Sindelfingen werden die Schlachten von gestern geschlagen.“

 

— Jimi Riegg —

Kritik an den Sanierungsplänen der Tiefgarage