Jammern hilft der Stadt nicht

Kommentar zum Artikel „Die Liste wird länger“ von J. Wegner in der Sindelfinger Zeitung vom 19.09.2017

Im Kommentar von J. Wegner wurde das Fachhändlersterben in Sindelfingen angesprochen, namentlich der Fa. Aring als vorläufig der letzte Sterbende. Als wahrscheinlicher Attentäter wurde wie selbstverständlich Dr. Google verdächtigt, diese Meucheltat mit Unterstützung der Verbraucher begangen zu haben. Auf den ersten Blick scheint dies auch die einfachste Lösung des Falles zu sein.

Demselben Täterkreis aber auch das Sterben der Sindelfinger Bäckereien Großmann, Schmidt & Fink, nicht zu vergessen Abele sowie der Metzgerei Hess anzuhängen, dürfte ermittlungstechnisch schwer nachweisbar sein. Ich denke ganz so einfach dürfen wir uns es in Sindelfingen nicht machen!

Nicht immer ist Dr. Google schuld

Vor Jahrzehnten war zunächst der Breuninger schuld, dann waren es OBI, Hornbach und Co, dann Lidl und Aldi und jetzt sind es eben Google und Co. Weder das leerstehende DOMO, das verwaiste Kino, das ehemalige ERKA noch geschätzte 16 Friseure, Dönerbuden und die zu Zahlstellen degradierten Banken, die mit Immobilienangeboten verklebten ehemaligen Schaufenster und nichtssagende, idenditätslose Neubauten scheinen das durchaus zahlungskräftige Sindelfinger Publikum in die Innenstadt zu locken während im Breuningerland tagtäglich der „Bär brummt“. Nur an Markttagen und bei Sonderveranstaltungen wie Rock auf dem Marktplatz sieht man die strahlenden Sindelfinger Gesichter in der Innenstadt.

Bunte Luftballons reichen nicht

Wiederbelebungsversuche der Innenstadt mit kleinen grünen Bänken und verteilten Luftballons dürften kaum ausreichen, um das zu schaffen, was in anderen Städten wie Esslingen, Tübingen oder Ludwigsburg geschafft wurde: nämlich die Innenstadt lebenswert, liebenswert und attraktiv zu machen und dem Einzelhandel die Chance zum Überleben zu geben. Und hier sind wir alle gefragt!

 

— Jürgen Stauch —

Jammern hilft der Stadt nicht