Alternative zur Sanierung der Marktplatzgarage

Im Jahr 2016 wurde ein vorläufiges Gutachten über die Sanierung bzw. Teilsanierung der Sindelfinger Marktplatz-Tiefgarage veröffentlicht. In diesem Gutachten werden die Kosten für eine Teilsanierung mit EUR 17 Mio und die Kosten für eine Vollsanierung (ähnlich einem Fastneubau) mit EUR 27 Mio  für 450 Stellplätze geschätzt. Umgerechnet auf den einzelnen Stellplatz würde dies bedeuten, dass uns jeder einzelne Stellplatz in der Marktplatztiefgarage EUR 40.000 bzw. bei Vollsanierung EUR 60.000 kosten würde, was etwa dem doppeltem bzw. dreifachen der im privatfinanziertem Wohnungsbau erstellten Tiefgaragenplätze entspricht.

Mittlerweile wurden von der Stadt Sindelfingen weitere Gutachten für, wie aus der Presse zu entnehmen war, EUR 800.000 in Auftrag gegeben. Wie zu hören ist, werden im Rathaus bereits Gesamtkosten zwischen EUR 30 Mio bis EUR 40 Mio herum gereicht, was Kosten für den einzelnen Stellplatz in Höhe von EUR  70.000 bis fast EUR 90.000 bedeuten würde. Bei Mietpreisen für Dauerparker von derzeit EUR 45 im Monat würde sich ein solcher Stellplatz in 200 Jahren amortisieren, selbst bei EUR 100 mtl. wären es noch 75 Jahre.

80.000 Euro für einen Stellplatz

Seit Anfang der 1980er Jahre wird  der Verkehr ganz bewusst durch die Sindelfinger Innenstadt geleitet (Gartenstraße, Mercedesstraße, Vaihinger Straße, Böblinger Straße, Bahnhofstraße) um das potentielle Käuferpublikum in die Innenstadt zu locken. Gleichzeitig wurden in der Marktplatztiefgarage günstige Parkplätze von der Stadt angeboten, die seither zu Stoßzeiten mehr, ansonsten eher weniger genutzt werden. Das ursprüngliche Ziel, dem Publikum das Einkaufen in der Innenstadt so bequem und einfach wie irgend möglich zu machen und damit für eine Belebung der Innenstadt, für vielfältiges Angebot,  eine Vielzahl an Läden und eine pulsierenden und wirtschaftlich interessante Innenstadt (Gegenpol zum Breuningerland) zu sorgen, wurde jedoch bei Weitem verfehlt. Trotz Marketingaktionen und in den Kinderschuhen stecken gebliebenen Verschönerungsversuchen verödet die Innenstadt seit Jahrzehnten immer mehr; weder Ladenbesitzer, Eigentümer, Stadtverwaltung oder Gemeinderat finden praktikable und sinnvolle Lösungen. Eine zukunftsorientierte Innenstadtplanung ergänzt durch die entsprechende Verkehrsplanung sowie gestalterische Bebauungspläne und entsprechende städtebauliche Vorgaben gibt es nicht.

Keine hässliche Investorenarchitektur

Die Zukunft unserer Stadt wird ignoriert bzw. sogenannten Investoren überlassen, die durch identitätslose und lediglich gewinnorientierte Neubauten zum weiteren ausbluten unserer Innenstadt beitragen. Daher hat sich die  Initiative „Wir-Alle-Sind-Die-Stadt“  folgende Fragen gestellt:

  • Welchen Sinn macht eine  Investition in eine Tiefgarage ohne Berücksichtigung der zukünftigen Verkehrsverhältnisse?
  • Wie wird sich der Verkehr in Zukunft in den Innenstädten verändern?
  • Welche Verkehrsmittel werden künftig in den Innenstädten vorrangig eingesetzt?
  • Wie kann sich in Sindelfingen eine für Einwohner, Besucher, Gäste Geschäftsleute, Gewerbetreibende und vor allem auch für die Anwohner eine interessante, pulsierende, kulturelle Innenstadt entwickeln in welcher Geschäftsleute auch die Möglichkeit von Einkommen haben und welche Voraussetzungen sind hierfür notwendig?
  • Wie schaffen wir es, dass auch unsere Kinder und Enkel noch von Heimat, Identität und Geborgenheit sprechen, wenn sie irgendwann über Sindelfingen reden?

Neue Ideen für die Innenstadt

Nicht dass wir meinen für all die Fragen eine ultimative Lösung gefunden zu haben, wir denken aber, eine Idee, einen Ansatzpunkt gefunden zu haben, den wir in den nächsten Wochen zur Diskussion mit den Sindelfinger Bürgern, den in der Innenstadt betroffenen, der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat diskutieren möchten. Seien Sie gespannt und entwickeln Sie unsere Stadt mit uns, denn Wir alle sind die Stadt!

 

— Jürgen Stauch —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alternative zur Sanierung der Marktplatzgarage